Straßen in Hinsbeck

Woher haben unsere Straßen ihren Namen? - Straßennamen in Hinsbeck

Am Engel

Straßenbenennung am 23. März 1982

An der Straßengabelung befand sich früher die Gaststätte „onger den Dum“. Über dem Hauseingang hing ein Bild eines Engels. Das Haus wurde 1965 abgebrochen. Das Kunstwerk an der Wand des heutigen Wohnhauses wurde von Harry Dolch gefertigt.

Luftbild mit Gaststätte, Anfang der 1960er Jahre

Am Heidbüchel

Frühere Bezeichnung „op den Hedbökel“. In einer Karte von 1768 „Heydbeuckel“, 1729 „Heidbuckel“.

Hier befinden sich umfangreiche römische Grabhügel. Bei Ausgrabungen wurden Bruchstücke römischer Krüge, mit aufgemalten, orangefarbigen, kettenartig ineinander verschlungenen Halbkreisen gefunden.

Zwischen Heidbüschel und der Nette lag 1768 noch eine Schanze, dort wo sich heute der Bruchwald der Secretis erstreckt.

Am Jüütenbongert

17. März 1998

Der Stichweg, ausgehend von der Ansemsstraße wurde so bezeichnet, da die Wohnbebauung bis zu den Gartenparzellen der Kleingartenanlage „Jüüte Bongert“ geht.

Die Güte – im Volksmund „Jüüt“ genannt – war eine lange Schöpfkelle, mit der früher aus schmalen Wassergräben entlang der auf einer Bleichwiese ausgelegten Leinwand Wasser über das abgekochte Gewebe gesprüht wurde. So hielt man die Leinwand im nassen Zustand, und erzielte durch das Zusammenspiel von Luft und Sonne das notwendige Weiß des Leinens. Die Hinsbecker Bleichwiese lag an der großen Wiese gegenüber der Waldesruh. Das klare Wasser der hier verlaufenden „Sonnebeäck“ (baeck=Bach) wurde zum Bleichen benutzt.

Die Hinsbecker Leinenweber produzierten nicht nur strahlend weißes Leinengewebe, sondern waren auch dafür bekannt, dass sie mit ihren leichtgläubigen Kunden ihren Spaß trieben, indem sie ihnen die absonderlichsten Geschichten unterschoben. Die Hinsbecker Leinenweber nahmen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes mit der „Jüüt“ auf die Schippe. So entstand die Bezeichnung „Jüüt“ als Beinamen der Hinsbecker. Dieser wird von ihnen heute noch voller Stolz getragen.

Als „Bongert“ wird im niederrheinischen ein Obstgarten oder eine Baumwiese bezeichnet.

Am Kreuzberg

Die Anhöhe im Osten von Hinsbeck wurde bereits vor 1724 „Hagelkreuzberg“ genannt. Schon lange vor 1700 haben die Hinsbecker alljährlich im Frühjahr Hagelkreuze auf diesem Hügel errichtet, um die Ernte vor Hagelschlag durch Gottes Obhut zu Schützen. Hagelschlag, der die Ernte vernichten konnte, war für die Bauern verheerend und Bedrohte ihre Existenz. In einer Beschreibung zum Bellenhof (siehe Bellenweg) wird das Hagelkreuz 1565 zum ersten mal Erwähnt.

Am Weg zu dieser Anhöhe standen schon lange vor 1724 sieben Fußfälle, an denen die Gläubigen kniend beteten. Im Jahre 1724 wurde hier die vom Leuther Pfarrer Mathias Xylander gestiftete „Kreuzkapelle“ errichtet, diese ersetzte nun das Hagelkreuz.

 

Auf einer Karte von 1769 (siehe Ausschnitt links) sind die Fußfälle noch eingezeichnet, sie standen also noch zu dieser Zeit

 

 

 

Am Sandberg

Dieses Neubaugebiet wurde ab 1962 bebaut, und nach der ehemals dort liegenden Gemeinde Sandkuhle benannt. Der Sand wurde u.a. für Baumaßnahmen in Hinsbeck verwendet.

An Backesbeek

Namensgebung 1949

Der Straßenname erinnert an einen kleinen, in der Sektion Oirlich entspringenden Bach. Dieser wurde in alter Zeit auch „Römerbeek“ (Römerbach) genannt. Nachdem er jahrzehntelang durch Röhren geführt wurde, legte man ihn Anfang der 1990er Jahre wieder frei und gab ihm sein altes Bett wieder.

An Haus Bey

Straßenumbenennung aufgrund der kommunalen Neugliederung 1970, vorher hieß sie „Bruch“. Sollte ursprünglich in „an der Bey“ umgenannt werden.

Die Sektion Bruch – mit Haus Bey – zählte im Jahr 1830 lt. Einwohnerliste 429 Einwohner.

Das kleine, schlossartige Gebäude Haus Bey, 1605 erstmals urkundlich erwähnt, war früher im Besitz der Herren von Holthausen und kam 1682 in das Eigentum des Grafen Wolfgang Wilhelm von Schaesberg. Der Besitz war verbunden mit Stuhl und Begräbnis in der Hinsbecker Pfarrkirche, wo Wolfgang Wilhelm von Schaesberg seinen Begräbnisplatz auch testamentarisch festlegte. Das Gut diente der gräflichen Familie als Nebenwohnsitz, später als Rentamt. Auf einer Karte von 1729 umgibt noch ein Wassergraben das Gebäude, archäologische Funde in Form von Mauerresten, Pfosten, Gruben und Gebrauchsgegenständen sind bedeutend für die Siedlungsgeschichte zwischen Niers und Maas.

Seit Juli 1993 besteht hier der Golfclub Haus Bey, auf über 72ha verteilt sich die 18-Loch Meisterschaftsanlage. Das Haupthaus beherbergt seit 1998 das Restaurant La Mairie von Sternekoch Wolfgang Eickes.

An Schönkes Krüz

11. März 1994, vorher Haak

Die Straße wurde nach dem großen Kreuz an der Wegekreuzung Sassenfeld-Neustraße-Wevelinghoven benannt. Aufgrund einer Gebetserhörung nach glücklicher Helgoland-Heimreise wurde es ca. 1750 im „Bongert“ des Schönkes-Hofes errichtet. 1963 wurde es zerstört, als ein PKW frontal auffuhr. Der Bildhauer Jupp Rübsam erschuf daraufhin ein neues Kreuz, welches im November 1964 aufgestellt wurde. Allerdings versetzte man es vom Bongert aus an die Wand des Hofes. Über Jahrhunderte war das Kreuz ein Ort des Gebetes. Heute noch trifft man sich dort zur Erntenovene.

An St. Peter

Seit der kommunalen Neugliederung 1970, vorher „Kirchstraße“.

Namensgeber ist der Schutzpatron der dort stehenden kath. Pfarrkirche. Wann die erste Hinsbecker Pfarrkirche erbaut wurde, ist nicht genau zu Ermitteln. Man geht jedoch davon aus, dass dies vor 1226 geschah, und die Hinsbecker Kirche die älteste in unserer Gegend ist. Eine zweite Kirche wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert an der Stelle des ersten Gotteshauses erbaut. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein Neubau nötig. Dieser wurde nach Plänen des Kölner Dombaumeister Vincenz Statz erbaut. Nach Klärung der finanziellen Probleme legte Pfarrer Tönsing 1863 den Grundstein neben der alten Kirche, die während der Bauzeit weiter in Benutzung blieb. Im Jahre 1867 war die neue, dreischiffige neugotische Hallenkirche fertiggestellt.

Am 17. September 1867 wurde das Gotteshaus durch den Münsteraner Weihbischof Johannes Bossmann geweiht. Der Turm der alten Kirche wurde erst 1882 unter den Augen der Hinsbecker Schulkinder abgerissen und der neue, 64 Meter hohe Turm, erbaut.

Neben der Kirche wurde am 9. Mai 1964 das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht, welches ebenso wie ein Teil der Kirche auf dem Grund des alten Bellenhofes (siehe Bellenweg) erbaut wurde

Ansemsstraße

Straßenbenennung 1970, vorher „Freiheitsstraße“. Sollte ursprünglich Doktor-Ansems-Straße genannt werden.

Dr. phil. Bernhard Ansems, von 1898 bis 1919 Pfarrer in Hinsbeck, erwarb sich große Verdienste um die Behebung sozialer Not in der Gemeinde. Er wurde am 13. April 1851 in Kleve geboren und verstarb am 11. Juni 1919 in Krefeld. Nach seiner Priesterweihe 1876 lebte er einige Jahre in Bayern bevor er Kaplan in Hüls und Kempen wurde.

Pfarrer Ansems gründete in Hinsbeck den Mütterverein und die Männerkongregation, bemühte sich um den Ankauf liturgischer Gegenstände für die Kirche und richtete die Kreuzkapelle wieder würdevoll her. 1903 setzte er eine Azetylengas-Beleuchtung für die Kirche und andere Gebäude der Kirchengemeinde durch. Im Jahr 1918 gewann er private Spender für drei neue Kirchenfenster. In seinem Testament wurde das Hinsbecker Krankenhaus reichlich bedacht.

Auf der Schomm

Straßenbenennung 1961

„Schum(m)“ oder „Schomme“ ist am Niederrhein ein mit Gras bewachsenes, wenig fruchtbares und deshalb unbebaut liegendes Landstück.

Hier wurde ab 1960 das neue Schulzentrum errichtet. Der erste Bauabschnitt, die heutige Grundschule, wurde am 15. April 1961 eröffnet, 1962 zog die evangelische Schule in ihr neues Gebäude ein (jetzt erstes Schuljahr). 1967 kam ein weiterer Bau mit sechs Klassenzimmern und drei Fachräumen (jetzt Comeniusschule), sowie die Turnhalle hinzu. Unter der Turnhalle, dort wo heute das Dorfmuseum und die Räumlichkeiten der Schützen untergebracht sind, sollte noch ein Schwimmbad entstehen. Aus Kostengründen wurde dieser Plan verworfen.

August-Färvers-Straße

7. November 1996

August Färvers wurde am 29. Januar 1890, als Nachfolger seines Vaters Heinrich, Bürgermeister von Hinsbeck. Er wurde am 22. Dezember 1847 als Sohn von Heinrich Färvers und Josepha Brocker in Hinsbeck geboren.

August war Tuchwarenhändler und Verwalter des Telegraphen- und Postamtes und seit dem 6. März 1876 Erster Beigeordneter der Gemeinde Hinsbeck. Seine Frau Petronella Imkamp heiratete er am 13. Mai 1879, zusammen hatten sie sechs Kinder.

Am 1. Oktober 1919 ging er in Ruhestand, nachdem er schon seit Februar wegen Gesundheitlicher Probleme in beurlaub war.

Die Gründung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins am 9. September 1907 erfolgte nicht zuletzt auf Bestrebungen Färvers hin. Er wurde dann auch als erster Vorsitzender gewählt, dieses Amt behielt er bis zum Jahre 1926. Auch zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1882 gehörte er, dessen Wehrführer er von 1886 bis 1892 war. 1897 gründete er mit Gleichgesinnten den Kegelclub „Erholung 1897“, diesem Stand er als Präsident vor. Der Club existiert heute noch und ist der älteste Kegelclub in Hinsbeck. Ebenso war er lange Jahre Mitglied im Männergesangverein “Eintracht”. Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde ihm am 22. Dezember 1926 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde verliehen.

August Färvers verstarb am 4. September 1927 und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Hinsbeck beigesetzt.

Bellenweg

Straßenbenennung um 1964

Benannt nach dem einstmals hinter der Pfarrkirche liegenden „Bellenhof“. Dieses von Wällen und Gräben umgebene Gut wird allgemein als „Herrenhof von Hinsbeck“ angesehen, dem eine grundlegende Bedeutung in der ersten Entwicklungsphase Hinsbecks beigemessen wird. Erstmals wird das Gut im 15. Jahrhundert genannt, es muss allerdings sehr viel älter sein, da damals schon die Zersplitterung der Ländereien begann.

Als frühen Besitzer des Herrenhofes vermutet man das Rittergeschlecht „von Hinsbeck“. Im 15. Jahrhundert taucht ein Andreas von Vischenich zu Bell (1400-1450/59), Drost des Amtes Krickenbeck auf. Sein Wappen befindet sich heute noch auf einem Stein, der rechts des Tores der Vorburg zu Schloss Krickenbeck eingemauert ist.

Freiherr Wolfgang Wilhelm von Schaesberg erwarb das Gut zwischen 1664 und 1679. Von der Ruine des Bellenhofes wird 1665 gesprochen „ruine off hoffstede genannt Belle, gelegen tot Hensbeck aen de Kercke aldaer, mit syne wallen, wyer, grachten, weyen, water“.

Auf einer Karte des Jahres 1729 ist schon ein Bellenweg eingetragen, er führte vom Bellenhof aus zur Honschaft Büschen. Heute bildet er den unteren Teil des jetzigen Bellenwegs.

Er geht vom Friedhof aus (Haus Fam. Fasselt) in Richtung Büschen, zwischen Sandberg und Bellenweg als Hohlweg durch das kleine Wäldchen zur Mühle.

Auf Karten von 1729 und 1812 ist der Hof eingezeichnet, er hatte auch damals noch beachtliche Ausmaße, 1565 wird seine Größe mit 55 Morgen altes Maß (ca. 18 ha) angegeben. Teile der neuen Kirche, das Feuerwehrgerätehaus, die Parkanlage und die Häuser der Parkstraße wurden auf Grund und Boden des Hofes gebaut. Der Ausschnitt aus der Karte von 1729 zeigt „bellen huijs plaatsen“ (4) und den „Bellen wech“.

Bergstraße

Die Straße führt von der Kirche aus in östlicher Richtung zum Kreuzberg, auf dem 1724 die Kreuzkapelle errichtet wurde.

Büschen

Als „Busch, Bousch oder Böisch“ wird eine Holzung, Buschwerk oder ein kleiner Wald bezeichnet. In Karten von 1729 „op t` Bußschen, 1769 „aufm Bößschen“ und „aent` Bußschen“ genannt. Bei der kommunalen Neugliederung 1970 wurden die Häuser Oirlich 2 und 3 dem Büschen zugeschlagen.

Dahliensteg

Straßenbenennung 1959

Die Stichstraßen im Neubaugebiet zwischen Stauffenberg- und Ansemsstraße wurden teilweise nach Blumen benannt. Siehe auch Fliederweg, Tulpenpfad und Im Krokusfeld.

Feegersweg

Straßenbenennung 1959

Wahrscheinlich wie der Hillenweg der Name eines früheren Anwohners.

Fliederweg

Straßenbenennung 1959

Die Stichstraßen im Neubaugebiet zwischen Stauffenberg- und Ansemsstraße wurden teilweise nach Blumen benannt. Siehe auch Dahliensteg, Tulpenpfad und Im Krokusfeld.

Franziskusstraße

Seit 1856 wirken die Schwestern der Genossenschaft der Franziskanerinnen von St. Mauritz in Hinsbeck, hier war ihre erste Niederlassung im Rheinland. Zu Beginn dienten vor Ort lediglich zwei Schwestern.

Die beiden Schwestern zogen in „ein kleines Haus, das auf dem Hof des Anstreichers Schmitz auf der Marktstraße lag“ ein, dieses wurde ihnen von Graf von Schaesberg zur Verfügung gestellt. Hier übten sie ihre ambulante Krankenpflege aus.

Doch schon nach kurzer Zeit entsprach das Gebäude nicht mehr den Anforderungen, so dass der Graf 1859 ein neues Haus ankaufte.

Die Schwestern bezogen nun den „Nerschhof“, ebenfalls auf der Marktstraße gelegen (heute Compans-Jakobs, Hauptstr.). Dieser wurde als Krankenstation umgebaut, hier leisteten die Ordensschwestern bis 1885 unermüdlich ihren Dienst.

Als sich der Zustand des Hauses immer mehr verschlechterte – eine Revision von 1874 stellte fest „Das für die Bedürfnisse einer Bauernfamilie errichtete ... Haus ist für seinen Zweck ... viel zu beengt. Die Zimmer sind dumpfig, stellenweise geradezu feucht, die erforderliche Trennung der kranken und Pflegelinge ist nicht zu ermöglichen und einzelne Räume sind so stark belegt, dass per Kopf bei weitem nicht das Minimum des Luftraumes, welches in einer derartigen Anstalt gewährt werden muss, enthält“ – wurde 1885 das Marienheim neu erbaut (siehe auch Marienstraße). Dieses Krankenhaus wurde ebenfalls vom Grafen von Schaesberg finanziert.

Auch als es später in ein Altenheim umgewandelt wurde blieben die Schwestern und betreuen bis heute sehr liebevoll die Senioren.

Glabbach

Diese alte Honschaft wurde zum ersten mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1656 erwähnt und ist vermutlich nach einem ehemals dort fließenden Bach benannt. In einer Karte von 1769 als „Glabbacker Block“ bezeichnet.

Ungefähr an der Stelle des heutigen Bolzplatzes befand sich damals noch die „Glabbacher Schanze“, in der sich in Kriegszeiten die Bewohner mit ihrem Hab und Gut versteckten. Eine Einwohnerliste aus dem Jahre 1803 gibt für Glabbach 255 Einwohner an.Bei der kommunalen Neugliederung 1970 kamen zwei Häuser der Grefrather Nette hinzu.

Grefrather Straße

Straße vom Dorf über Büschen nach Grefrath, sie beginnt an der Kreuzung Haupt-, Johannesstraße und Markt. Das Hinsbecker Wahrzeichen, die Stammenmühle, liegt oberhalb dieser Straße.

In der ursprünglichen Bezeichnung Grefraths – „Greverode“ – ist das Wort „Rode“ enthalten. Die Gegend um Grefrath war ein mit Niederwald bedeckter und wenig Einladender Landstreifen, eine Ansiedlung entstand durch Abrodung der Holzung. Das erste Wortteil „Greve“ deutet auf einen Grafen hin, also bedeutet Grefrath „Grafen Rodung“, einem auf Anordnung des Grafen gerodetem Gebiet.

In früheren Jahrhunderten wurde die Straße „Liekweg“=Leichenweg genannt. Im Mittelalter wurden die Toten aus Grefrath zeitweise in Hinsbeck beigesetzt und über diesen Weg – und nur dieser durfte benutzt werden – nach Hinsbeck gebracht. Weitere Liekwege oder Lieksteege führten nach Hinsbeck, diese sind heute leider nicht mehr im Detail bekannt. Lediglich ein Weg, der von Milbeck aus auf die Karstraße führte ist urkundlich erwähnt.

Umliegende Orte, die noch keine eigenständige Pfarre mit Begräbnisrecht besaßen, ließen ihre Toten in Hinsbeck beisetzen. Aufgrund der Tatsache, dass hier in Hinsbeck begraben wurde, geht man von alters her davon aus, dass Hinsbeck die älteste Pfarre in unserer Gegend ist.

In alten Karten taucht auch oft die Bezeichnung „wech naer Bußschen“ als Name für die Grefrather Straße auf..

Haak

„Haak“ und „Hamsel“ sind alte Siedlungsgebiete. Wir finden die Namen bereits auf einer aus dem Jahre 1768 stammenden Karte.

Das mittelhochdeutsche Wort „hac“ bezeichnet ein Dorngesträuch, aber auch ein Gebüsch, eine Umzäunung, oder die Einfriedigung eines befestigten Platzes.

Auf der o.g. Karte ist es als „Haeckbrouck“ eingezeichnet. In der Nähe finden wir die Bezeichnung „op de Schans“ in dem Gebiet zwischen Haak und Leuther Mühle, das wir heute als „Secretis“ bezeichnen.

Hamsel

Der Name „Hamsel“ ist ebenfalls bereits auf der Karte von 1768 zu finden. Auf dieser Karte sind auch die Ortsbezeichnungen „Haeckbrouck“, „het Hamsel“ und „Torfbroeck“ eingezeichnet.

Der Flurname „Ham“ bezeichnet am Niederrhein das von einer Flussschleife umgrenzte Land. In diesem kleinen Nebental der Nette entwickelte sich wie überall im Gebiet des Nettetals schon früh eine Straßensiedlung.

Hauptstraße

Die kommunale Neugliederung brachte auch hier 1970 eine Änderung. Vorher ab Dorflinde (Insel an Kreuzung Neustraße) bis zum Markt als „Marktstraße“ (in der NS-Zeit Adolf-Hitler-Straße), und von Dorflinde bis Marienhospital als „Lobbericher Straße“ bezeichnet.

An der Lobbericher Straße stand auch das Hinsbecker Kino, das „Schloss Theater“ (heute Eiskaffee und Zahntechniker).

Ein Vorschlag war auch, die ehemalige Marktstraße in „Jütenstraße“, und die Lobbericher Straße in „Entenmarkt“ umzubenennen. In den 1920er Jahren hegte man den Gedanken, die Lobbericher Strasse „Hospitalweg“ zu nennen.

Ende der 1960er Jahre kamen erste Planungen für eine Umgehungsstraße auf. Das als „Schandfleck“ bezeichnete – weil seit geraumer Zeit unbewohnt und verwahrlost – Haus Ripkens wurde 1968 abgerissen. Es stand dort, wo heute die B 509 (Johannesstraße) zwischen Saal Aktuell und Galauner hindurchführt.

Der „Schandfleck“, Haus Ripkens kurz vor dem Abriss. Links zwischen Ripkens und Wirtschaft Franken (heute Aktuell) ging eine Gasse zur Ginkes Weide. Das haus rechts neben Ripkens war von Fam. Rollbrocker, unten hatte Friseur Heyer seinen Salon. Auf dem Hof von Rollbrocker stand eine Zigarrenfabrik, wo zeitweise während des zweiten Weltkrieges französische Kriegsgefangene arbeiteten (Franzosenlager). Vorne rechts noch die Metzgerei van de Brand, heute Bistro.

Heide

Diese Bezeichnung für das Hinsbecker Waldgebiet führt etwas in die Irre, da „Heide“ ja ein Baumfreies Gebiet bezeichnet. Doch die ausgedehnten Heideflächen, die es hier anstelle des Waldes entstand, wurden erst ab dem Mittelalter von Menschenhand geschaffen. Im Urzustand entsprach die Vegetation am Niederrhein einer geschlossenen Walddecke. Einzige Ausnahmen bildeten die Moore und Schilfröhrichte.

Doch unsere Vorfahren begannen, das Land urbar zu machen. Sie legten Äcker und Wiesen an, bauten Häuser, wofür sie das Holz der Bäume nutzten und der Dorfhirte trieb das Vieh in den Wald. So entstanden immer mehr Heideflächen, diese setzten sich durch, da das Vieh Heidegewächse wie Wacholder und Ginster nicht gerne fraß.

Erst im 19. Jahrhundert wurden die Gebiete wieder aufgeforstet. Entgegen den ursprünglichen Buchen- und Eichenbestände pflanzte man jedoch vorwiegend Kiefern. Diese wurden in den Kohlegruben des damals Aufstrebenden Ruhrgebiets gebraucht. Der Verkauf von Kiefern Holz brachte den Grundeigentümern viel Geld ein.

Durch die fortwährende Aufforstung ging der Bestand an Heideflächen ab 1800 fast auf Null zurück. Lediglich auf dem Galgenberg befand sich noch 1930 kein einziger Baum, die Landschaft bestand noch aus Heidegewächsen.

Auf einzelnen Parzellen der Hinsbecker Heide wurde vor einigen Jahren damit begonnen, neue Heideflächen an zulegen.

Hendrik-Goltzius-Weg

Straßenbenennung 1959

Im Februar 1558 in Mülbracht (dem heutigen Bracht) geboren, zog er mit seinen Eltern bald nach Duisburg. Er entstammt einer berühmten Künstlerfamilie, die auf dem „Goltzhof“ im Hombergen zu Hause war. Sein Vater, der Glasmaler Jan Goltz, nahm ihn in die Lehre.

Seine weitere Ausbildung absolvierte Hendrik bei einem der angesehensten Kupferstecher dieser Zeit – dem Niederländer Dirck Volkerts Coornheert. Dieser arbeitete in seiner Werkstatt in Xanten. Mit ihm ging er 1577 nach Haarlem (NL).

Er avancierte im Laufe weniger Jahre ebenfalls zum angesehenen Meister. Hendrik wirkte als Kupferstecher, Radierer, Zeichner und Glasmaler, in seinem letzten Lebensabschnitt dann nur noch als Maler.

Goltzius zählt neben Lucas van Leyden und Rembrand zu den größten niederländischen Graphikern und ist der bedeutendste Kupferstecher des niederländischen Manierismus. Seine Werke werden heute in den bedeutendsten Museen der Welt gezeigt.

Neben Hinsbeck benannte auch Bracht eine Straße nach ihm, die Stadt Venlo eröffnete ein Goltzius- Museum. Der Landkreis Kempen-Krefeld brachte im Jahr 1967 eine Gedenkmedaille heraus. Hendrik verstarb recht vermögend in der Neujahrsnacht 1617.

Hillenweg

Straßenbenennung 1959

Der Name weißt wahrscheinlich auf einen ehemaligen Anwohner hin. In einer Flurkarte von 1769 wird eine Wwe. Hillen als Besitzern mehrerer Grundstücke genannt.

Höhenweg

Hier lag früher der Ringofen, in dem der Lehm aus dem Haak verarbeitet wurde. Schon vor 1768 nannte man die Straße „Moortstraet“.

Am Anfang der Straße stehen links zwei kleine, weiße Häuser – die „Weberhäuser“. Hier wohnten die letzten Hausweberfamilien in Hinsbeck.

Der Weg führt am Sportplatz vorbei zum Ausflugsgebiet Hinsbecker Höhen. An der Stelle des jetzigen Aschenplatzes der Sportanlage lag bis 1952/53 die öffentliche Müllkippe der Gemeinde Hinsbeck, vorher wurde hier Kies abgebaut.

Auf halber Strecke der Straße führt links ein Waldweg zu den Tennisplätzen. Hier gelang man noch im 18. Jahrhundert in die „Schinkuyle“.

Hombergen

Der Name der alten Honschaft Hombergen bedeutet „am hohen Berg“, sie liegt am Fuße der Hinsbecker Höhen. Erstmals taucht der Name in einer Urkunde des 13. Jahrhunderts auf. Karten des 18. Jahrhunderts nennen diese Sektion „Hombergh“ oder „Hoogenbergh“.

Hübeck

„Hübeck“ ist eine alte Flurbezeichnung die bereits auf einer Karte von 1769 zu finden ist. 1803 wohnten hier 272 Einwohner.

Wie auch in den Namen Hinsbeck, Voursenbeck, Krickenbeck und Schlibeck taucht das Wort „beck" (beek) auf. Dies deutet auf die einstmals hier fließenden Bäche hin. Auch hier kamen 1970 zwei Häuser aus Grefrath hinzu.

Im Krokusfeld

Siehe auch Dahliensteg, Fliederweg und Tulpenpfad.

Im Windfang

Der Namensvorschlag kam von den „Hinsbecker Jüüten“, als Anlehnung an den vermeintlichen Charakter der Lobbericher, die sich immer groß „Aufblasen“ und „Groß tun“.

Dass sich Hinsbecker und Lobbericher seit je her wie Feuer und Wasser gegenüber stehen, zeigt auch folgende Episode: 1938 wurde Hinsbeck durch die damalige Regierung zur (Verwaltungs-) Ehe mit Lobberich gezwungen. Im Jahr 1946 sammelten die Hinsbecker 50.000 Mark, um damit die neuen Machthaber zu Überzeugen, sie aus der Mussehe mit Lobberich zu entlassen. Sie ließen sich auch Überzeugen, Hinsbeck bekam seine Eigenständigkeit wieder.

Johannesfeld

21. November 1985

Die Namensgebung gibt einen Hinweis auf den heiligen Johannes und die Johannes-Kapelle. Siehe auch Johannesstraße.

Johannesstraße

10. November 1981

Hinweis auf den heiligen Johannes, Schutzpatron der St. Johannes-Bruderschaft, die älteste Bruderschaft in Hinsbeck.

Die Johanneskapelle zwischen Hinsbeck und Leuth – im Volksmund auch „Zint Joan“ genannt – erinnert an die Verehrung des hl. Johannes, dem letzten Propheten des alten Bundes.

Erstmals wird sie in einer Urkunde von 1617 erwähnt. 1671 wurde die Kapelle wohl erweitert, die Maueranker weisen diese Zahl auf. Die Windfahne zeigt die Jahreszahl 1672. Anfangs diente die Kapelle nur der Verehrung des Nothelfers, später wurden bis 1854 an Wochentagen regelmäßig Messen für die Bewohner des Bruchs abgehalten. Bis heute werden in der Johannis-Oktav regelmäßig Messen abgehalten.

Im Jahr 1854 wurde sie umfangreich in Stand gesetzt. Die gesamten Kosten bestritt die Gräfin Sophia von Schaesberg – geboren 1823 auf Schloss Krickenbeck, verstorben um 1846 – daran erinnert noch die Inschrift unter dem großen Kreuz an der Rückseite der Kapelle.

Im Jahr 1970 wurde zweimal in die Kapelle eingebrochen, dabei wurde das Mobiliar teilweise zerstört oder entwendet. Dank der Spenden und dem Einsatz der St. Johannes-Bruderschaft konnte der Schaden beseitigt werden. Die Bruderschaft kümmert sich regelmäßig um die Pflege der Kapelle und des Grundstückes, auch die weiteren Renovierungen wurden von ihnen durchgeführt.

In einer Karte von 1768 wird die Straße bis Schlöp „broecker wech“ genannt. Einfallsreichtum und Humor bewies der Hinsbecker Fredi N., als es beim Neubau der B 509 im Jahre 1981 noch keinen Namen für das Teilstück ab Ampel in Richtung Leuth gab. Kurzerhand baute er ein eigenes Straßenschild mit der Beschriftung “Frankenring” und hing es auch an der Ampelkreuzung im Dorf auf. Darauf angesprochen, wie er zu dem Namen Frankenring komme, erklärte er in Bester Jüüte-Manier; der Name liege doch auf der Hand, schließlich stelle die neue Straße die Kürzeste Verbindung zwischen den Gaststätten von Franken Theo im Dorf und der von Franken Willi an der Schlossstraße dar. Leider konnte sich der Rat der Stadt Nettetal nicht mit dem Namen anfreunden, obwohl er bei den Jüüten sehr gut ankam.

Jupp-Rübsam-Straße

Geboren in Düsseldorf am 30. Mai 1896 verbrachte er auch seine Kindheit dort, bevor er wie sein Vater und Großvater den Beruf des Steinmetzes erlernte.

Von 1912 bis 1914 besuchte er die Bildhauerklasse an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule. Anschließend meldete er sich 18jährig als Freiwilliger für den ersten Weltkrieg, in dessen Verlauf er in Gefangenschaft geriet.

Nach über fünf Jahren kehrte er 1920 nach Düsseldorf zurück, und setzte dort sein Studium an der Kunstakademie und als Meisterschüler bei den Professoren Langer und Netzer fort. Er gehörte der Künstlervereinigung „Junges Rheinland“ an, zusammen mit so bekannten Künstlern wie Otto Pankok, Walter Ophey, Otto Dix und Max Ernst.

Bis zum Ende der 20er Jahre schuf er seine ersten bedeutenden Werke wie u.a. das Gefallenen-Ehrenmal in Kempen, Reliefs für den Düsseldorfer Kunstpalast und nicht zuletzt das Düsseldorfer Kriegerdenkmal zu Ehren des 39er Regiments, in dem auch Rübsam kämpfte.

Doch durch die unkonventionelle Art der Darstellung zog er schnell den Zorn der Militärs, an ihrer Spitze General Ludendorf, auf sich. 1933 wurde das Denkmal schließlich vernichtet, und Jupp Rübsam von den Nationalsozialisten geächtet und diffamiert. Er erhielt keine Aufträge mehr, geriet dadurch in finanzielle Not und verlor Atelier und Wohnung.

Sein alter Freund, der Maler Heinz Tappeser, kam ihm zu Hilfe und ließ ihn bei sich in Hinsbeck wohnen. Hier erlangte er wieder neue Kraft.

Nach Ende der Nazi Diktatur besann man sich wieder des unbeugsamen Künstlers, und er erhielt wieder bedeutende Aufträge.

Jupp Rübsam lebte und arbeitete bis zu seinem Tode am 25. April 1976 in seinem Haus „Rabenhorst“ im Hombergen. 1965 verlieh ihm die Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, im Jahr 2003 ehrte ihn der Kreis Viersen mit einer Gedenkmedaille.

Karstraße

Die alte Römerstraße von Aachen nach Nijmegen betrat von Oberbocholt kommend durch die Landwehr am Schlibecker Berg unser Gebiet. Weiter führte sie durch die „Geersbergh Heyde“ –  oberhalb des Stegerhofes im Oirlich – vorbei an der alten Bockwindmühle, bis zur Kapelle im Hübeck. Mühle und Kapelle bestehen heute nicht mehr, ebenso dieser Teil der Römerstraße.

Aber der weitere Teil des Weges ist heute noch als Straße in Gebrauch. Vom Hübeck aus führt sie durch den Hohlweg vorbei am Hof „de Tromm“ in Richtung Glabbach. Dieser Teil wird heute „Römerstraße“ genannt. Von dort aus, nun heißt sie „Karstraße“, führt sie zur alten Ziegelei „de Poen“ (Haus Waldesruh). Hinter der Flootsmühle verlässt sie unser Gebiet wieder, und führt durch die Heronger Heide über Zandt nach Straelen und weiter nach Goch und Nijmegen. Diese ehemals kieselgedeckte Heeresstraße wurde um 50 n.Ch. durch den Römischen Kaiser Claudius ausgebaut

Koul

Die Bezeichnung „Koul“ =Kuhle,Grube erklärt sich aus der natürlichen Lage und den örtlichen Gegebenheiten.

Kopernikusstraße

Straßenbenennung 1970, vorher Deutscher Osten. Ein Vorschlag war auch, sie „Kantstraße“ zu nennen. Das Neubaugebiet wurde nach dem 2. Weltkrieg für die Familien der Vertriebenen erbaut.

Am 19. Februar 1473 wurde Nikolaus Kopernikus als Sohn eines Kaufmanns in Thorn geboren. Der Vater stammte aus Köppernig bei Neiße, daher der Name Kopernikus. Nach dem frühen Tod des Vaters wurde Nikolaus von seinem Onkel Lukas Watzenröde, dem späteren Bischof von Ermland, erzogen. Zwölf Jahre lang studierte der junge Mann an den Universitäten Krakau, Bologna, Ferrara und Padua und erwarb sich auf allen humanistischen Wissensgebieten eine umfassende Bildung. 1503 promovierte er in Padua zum Doktor des kanonischen Rechts, kehrte im selben Jahr in seine Heimat zurück und übernahm 1510 die Stelle eines Domherrn zu Frauenberg. Dort konnte er sich seinen wissenschaftlichen Neigungen, besonders der Astronomie widmen. In seinem „Commentariolus“ legte er seine astronomischen Ideen nieder. Er unterschied zwischen „scheinbaren“ und „wirklichen“ Bewegungen der Gestirne und führte die ptolemäischen Schleifenbewegungen der Planeten auf Kreisbewegungen um die Sonne zurück. Am 24. Mai 1543 starb Kopernikus in Frauenberg.

Krickenbecker Allee

11. März 1993, vorher „Hombergen“. Weg von Hinsbeck zum Schloss Krickenbeck, sie beginnt am Kreisverkehr an der Johanneskapelle.

Bereits im Jahre 1104 wird ein Graf Henricus de Krickenbach neben den Grafen von Geldern, Heinsberg und Kleve genannt. Er ist der erste bekannte Machthaber dieser Region. Seine Burg befand sich in Leuth, in der Nähe der jetzigen Leuther Mühle (alte Flurbezeichnung „op de alde Borg“). Die Burg erhielt ihre Bezeichnung wohl von der dort unmittelbar vorbeifließenden Nette (Krickenbeck=sich schlängelnder Bach). Der Kölner Erbischhof kaufte im Jahre 1188 die Burg den Rittern von Krickenbeck ab.

Bereits vor 1226 errichteten die Grafen von Krickenbeck eine neue Wasserburg an der heutigen Stelle. Die alte Burg in Leuth war bereits vorher abgebrochen worden. Die Burg stellte den Mittelpunkt des 1305 erstmals erwähnten Amt Krickenbeck im Herzogtum Geldern dar. Bis 1430 war sie im Besitz der Grafen von Krickenbeck, danach herrschten hier die Grafen von Geldern. 1623 kam die Wasserburg durch Heirat in Besitz von Johann Friedrich von Schaesberg, dem damaligen Amtmann von Brüggen. Die Familie ließ das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrmals Umbauen.

Zwischen 1708 und 1721 wandelte der venezianische Architekt Simon Sarto die Burg in ein Barockschloss um. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt der Kölner Dombaumeister Vincenz Statz den Auftrag zum Umbau in ein neugotisches Schloss.

Doch die Pracht währte nicht lange. In einem Telegramm des Oberrentmeisters Wirtz an den Grafen von Schaesberg-Tannheim vom 6. September 1902 heißt es: „Schloss Krickenbeck steht in Flammen“. Ein Anstreicherlehrling aus Hinsbeck ging beim heimlichen Pfeifenrauchen auf dem Speicher so unachtsam mit dem Feuer um, dass bald das ganze Schloss in Flammen stand und bis auf die Grundmauern nieder brannte. Für Heinrich Graf von Schaesberg-Tannheim stand sofort fest, dass er das Schloss wieder neu aufbauen würde, aus „sehr bestimmenden moralischen Gründen“, wie er in seinem Tagebuch notierte. Die Grundsteinlegung fand am 4. Juni 1903 statt. „Aus Flammen größer und schöner hervorgegangen“ steht über dem Hauptportal des neuen Schlosses, welches der Familie noch bis 1943 als Wohnsitz diente.

Danach diente es u.a. als Kinderheim, 1947 zogen die aus Ostpreußen vertriebenen Katharinen-Schwestern ein und versorgten insbesondere aus dem Osten vertriebene alte Menschen, bevor der Kreis Kempen-Krefeld Eigentümer und Träger des Altenheimes wurde. Doch diese Episode der Geschichte des Schlosses dauerte nur bis 1969, als das Altenheim aufgegeben wurde, und in das ehemalige Hinsbecker Krankenhaus (Marienheim) einzog.

Von nun an war das Schloss dem Verfall freigegeben, zwanzig Jahre lang wurden immer wieder neue Nutzungskonzepte erdacht, so zum Beispiel die Einrichtung eines Naturkundemuseums mit Wildgehege oder der Umbau in exklusive Wohnungen. Doch alle Pläne scheiterten an Umweltauflagen und nicht zuletzt an der Finanzierung.

Im September 1987 legte die Westdeutsche Landesbank dann eine Konzeption zum Bau eines Fortbildungszentrums vor. Im Januar 1989 wurde mit dem Wiederaufbau des bis dahin völlig verfallenen Anwesens begonnen, am 24. Juni 1991 fand die feierliche Eröffnung statt. Seitdem bildet die WestLB hier ihren Nachwuchs aus und bietet Unternehmen die Räumlichkeiten für Seminare an. Politik- und Wirtschaftsgrößen gehen hier in Klausur, und der Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hielt hinter den Mauern des Schlosses im Mai 2004 ein Trainingslager ab.

Krugerpfad

Straßenbenennung 1957, früher auch „aen et Kröschke“

Das „Krooger Camp“ oder „Kruger Camp“ (das Feld des Krooger) ist bereits auf der im Jahr 1768 entstandenen „Generaele Caerte des Dorps Hinsbeck“ eingezeichnet.

Landstraße

Straßenbenennung 1970, früher Bahnstraße.

Die Häuser der Bahnstraße ab Abzweig Wevelinghoven gehören seit 1970 zur Lobbericher Niedieckstraße. Einige Häuser der Bahnstraße gehören seit dem auch zur Oirlicher Straße.

Ein Kuriosum bestand bis zur Straßenumbenennung: Die Bahnstrasse wurde kurzerhand zu einem eigenen Ortsteil gemacht.

Marienstraße

Straßenbenennung März 1969

Die Straße liegt in der Nähe des Hinsbecker Marienheimes (früher Hospital, heute Altenheim). Nachdem das Gebäude des alten Krankenhauses den Anforderungen nicht mehr entsprach (siehe auch Franziskusstraße) ließ Graf von Schaesberg 1884/85 ein neues, größeres und modernes Haus bauen. Im Jahr 1898 wurde noch eine durch Spenden finanzierte Kapelle angebaut. Das Krankenhaus blieb in privat Besitz des Grafen, die Kapelle und das gesamte Mobiliar des Hauses befand sich im Eigentum der Kirchengemeinde.

Am 10. Juli 1902 übertrug Graf von Schaesberg das Marienheim der Katholischen Kirchengemeinde. Der Wert des Hauses inklusive Einrichtung wurde auf 39.000 Mark geschätzt, hinzu kam noch das Grundstück für 2.000 Mark. 1911 wurde das Haus um einen Anbau erweitert, damit hatte das Haus nun 35 Betten. Ein Operationssaal und eine Röntgenanlage kamen 1930 hinzu. Während des zweiten Weltkrieges war das Haus mit Kranken aus der Süchtelner Heilanstalt belegt. Erst nach dem Krieg wurde der normale Krankenhausbetrieb wieder aufgenommen. 1956 wurde ein neues Wohnheim für die Schwestern und das Personal errichtet. Seit 1961 stand fest, dass das Hinsbecker Krankenhaus in dieser Funktion nicht weiter bestehen konnte. Ein neues Nutzungskonzept wurde erarbeitet.

Ein Jahr später fiel die Entscheidung: Das Marienheim sollte zu einem Altenerholungsheim umgewandelt werden. So wurde 1964 ein Neubau mit 18 Betten errichtet, 1967 sanierte man den Altbau und erhielt neben neuen technischen und hauswirtschaftlichen Räumen einen Aufenthalts-, Speise- und Leseraum. Am 31. Juli des Jahres wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt und der Betrieb eines reinen Altenheimes wurde aufgenommen. Mitte der siebziger Jahre stellte man einen Fehlbedarf an Altenwohn- und Pflegeplätzen fest. Nachdem ein neues Raumkonzept entwickelt wurde, begann man im November 1978 mit den Erweiterungsarbeiten. Am 1. August 1980 wurde der erste Bauabschnitt bezogen, im Dezember 1981 wurden die letzten beiden Bauabschnitte ihrer Bestimmung übergeben. 1992 wurde Beschlossen, das Heim abermals zu Erweitern. Am 8. Dezember 1995 wurde der bisher letzte Erweiterungsbau eingeweiht.

Markt

Im 3. Reich Adolf-Hitler-Platz.

Hier war in früheren Jahrzehnten der Mittelpunkt des Dörflichen Lebens. Neben dem Rathaus mit Polizeistation und dem Spritzenhaus lagen hier so Bekannte Restaurationen wie Rollbrocker und Hügen, den jüngeren ist auch noch der „Treffpunkt“ bekannt. Im Saal Hahnen fand 1945 die erste Sitzung mit der Britischen Militärregierung statt. Im Gebäude des heutigen Restaurants „Jüüte Pann“ war bis 1978 die Spar- und Darlehnskasse (heute Volksbank) untergebracht. Für dessen Neubau gleich nebenan musste das 1777 erbaute Gebäude der Wirtschaft Arden (Bild) 1975 abgerissen werden.

Nette

Dieser Fluss gab unserem Tal seinen Namen. Er entspringt in Dülken

Neuenweg

10.11.1981

Neustraße

Im Bruderschaftsbuch der Pfarre Hinsbeck findet sich auf S. 57 ein Eintrag aus dem Jahr 1594: "in der Neyerstraet"

Die "nieuwstraat" ist mit recht umfangreicher Ansiedlung bereits auf einer Karte des Jahres 1729 eingezeichnet. Die Straße führt zur Honschaft Wevelinghoven und verbindet Hinsbeck mit Lobberich und dem Industriebetrieb „Im Windfang“.

Obere Landstraße

Straßenbenennung 1970, hieß vorher „Bieth“. Ein weiterer Vorschlag zur Benennung war „Zum Oirlich“.

Oberstraße

Alte Straßenbezeichnung für einen Weg, der in die oberen Ortsteile und zu den Hinsbecker Höhen führt. Hier liegt auch das kath. Pastorat – der „Wedemhof“ – erbaut 1597, erweitert 1627.

Oirlich

Ein Gut "in gen Orlog" wird erstmals 1495 erwähnt. Die Bezeichnung Oirlich findet sich in einer Karte von 1769.

Oirlicher Straße

Entgültige Straßenbenennung im März 1969, bei der kommunalen Neugliederung 1970 kamen noch vier Häuser der Bahnstraße hinzu.

Das Neubaugebiet Oirlicher- Marienstr. wurde ursprünglich „Oirlicher Weg“ bezeichnet. Nennenswert die Grundstückspreise von 1968: 12-14 DM/qm zzgl. Erschließungskosten.

Ophoven

Die Bezeichnung „Ophoven“ findet sich bereits in alten Karten aus dem Jahr 1812. Der „Hof Ophoven“ wird bereits früher erwähnt. 1830 standen hier vier Häuser.

Anna Salome von Wachtendonk übergibt 1632 ein Drittel des Hofes den Waisen. 1769 gehört der Hof den Waisen von Venlo. Das Haus Grefrath, Schaphausen Nr. 14, ist seit 1970 das Haus Ophoven 4.

Oswald von Nell-Breuning-Straße

Bereits zu Lebzeiten galt der Jesuitenpater Oswald von Nell-Breuning als einer der führenden Vertreter der Katholischen Soziallehre. Oswald von Nell-Breuning wurde am 8. März 1890 als Sohn einer Adelsfamilie in Trier geboren. Nach einem kurzen Studienauftakt in den Disziplinen Mathematik und Naturwissenschaften studierte er Theologie und Philosophie. 1911 trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein; 1921 wurde er zum Priester geweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zu einem angesehenen Berater in wichtigen staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland: er war Mitglied im Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft (1948-1969), stellvertretender Vorsitzender des Wohnungswirtschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Städtebau und Wohnungswesen (1950-1958), Mitglied des Beirats beim Bundesministerium für Familien- und Jugendfragen (1959-1961) und seit 1959 Mitglied des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Zugleich war er als Professor und Dozent auch außerhalb der ordenseigenen Hochschule St. Georgen tätig: u.a. seit 1948 als Lehrauftrag für Moraltheologie und Sozialethik an der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt/M., seit 1956 als Honorarprofessor für philosophische Grundfragen der Wirtschaft an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der gleichen Universität, und ab 1949 mit Lehrtätigkeiten an der Frankfurter Akademie der Arbeit. Neben der kontinuierlichen Arbeit in diesen institutionalisierten Funktionen begleitete er in informellen Positionen direkt und indirekt die programmatischen Diskussionen und die politische Praxis der Gewerkschaften und der beiden großen Volksparteien SPD und CDU.

Für sein Lebenswerk wurden ihm zahlreiche Auszeichnungen unterschiedlichster Institutionen verliehen: der Guardini Preis der Katholischen Akademie in Bayern (1972), die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt (1977), die Leuschner Medaille des Landes Hessen (1979) oder der Hans-Böckler-Preis (1980). An seinem 100ten Geburstag wurde ihm vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker das Großkreuz des Bundesverdienstordens verliehen.

Oswald von Nell-Breuning verstarb am 30. August 1991.

Panoramaweg

Straßenbenennung 1965, wohl aufgrund der einmaligen Rundumsicht, die man vor der Bebauung von hier aus über das Nettetal hatte.

Parkstraße

Straßenbenennung 1970, vorher Schulstraße, Gartenstraße, 1904 noch Ostallee.

Bis 1970 hieß die Straße von Ecke Wingesberg bis Abzweig Bellenweg „Schulstraße“. Hier standen gleich drei Schulgebäude:

  • die ehemalige Knabenschule hinter Haus Josten, dort wo heute der Friedhofparkplatz ist. Bis zum Abbruch als Asylunterkunft benutzt. Die dortige Straße wurde erst nach Abriss der Schule und der Neugestaltung des Friedhofvorplatzes im Jahre 1969 gebaut.
  • die alte Mädchenschule hinter dem Kriegerdenkmal. Diese wurde 1963 abgerissen.
  • die evangelische Schule, später Strumpffabrik Schulz, heute Arztpraxis.

Die Straße liegt an einem kleinen Park mit Altentagesstätte (eröffnet 1967) und Ehrenmal (erbaut 1927). Von 1953 bis 1973 stand hier auch der kath. Kindergarten, der vorher in einer der Holzbaracken an der Gartenstraße untergebracht war, ab 1963 auch der Gemeindebauhof. Nachdem das Spritzenhaus neben dem alten Rathaus am Markt abgebrochen wurde, baute man hier ein neues, 1962 wurde das heutige Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. An der Schulstraße stand von 1903 bis 1914 das Acetylen-Gaswerk, heute wohnt die Familie Hahnefeld auf diesem Grundstück.

Von Kreuzung Bellenweg aus Richtung Grefrather Straße hieß sie Gartenstraße, da sie Zufahrtsstraße zu den am jetzigen Bellenweg gelegenen Gärten war. 1969 wurde hier auch die evangelische Pfarrkirche erbaut, dafür wurden die beiden Holzbaracken abgerissen. Der Hinsbecker Kirmesplatz liegt auch an der Parkstraße. Im 19. Jahrhundert noch hieß dieser Platz „auf der Pasch“ und diente als Gemeindewaschplatz. Ab 1911 diente er als Sportplatz der Gemeinde, der Steigerturm der Feuerwehr stand ebenfalls dort. Im Haus Nr. 12 war von 1926 bis 1957 eine Zweigstelle der Kreis-Sparkasse-Geldern untergebracht. Erste Überlegungen waren, die Straße nicht Parkstraße, sondern Parkallee zu nennen

Die heutige Parkstraße, im Hintergrund noch die Holzbaracken auf der damaligen Gartenstraße.

Peter-Berten-Straße

7. November 1996

Peter Berten wurde als sechstes von zehn Kindern des Zimmermanns Ludwig Berten und dessen Ehefrau Katharina Berten, geborene Bertges, am 18. Februar 1873 in Hinsbeck geboren. Hier besuchte er die Volksschule. In der väterlichen Werkstatt erlernte er das Schreinerhandwerk, bevor er als Geselle auf Wanderschaft ging.

Im Jahre 1892 wurde Peter Berten Mitglied des Deutschen Tischlerverbandes, 1893 Schloss er sich während eines Aufenthaltes in Bonn der SPD an. Nach Ende des Militärdienstes ging Peter Berten nach Düsseldorf, wo ihm die Mitglieder seiner Partei bald wichtige Aufgaben übertrugen. Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins für den Reichstagswahlkreis Düsseldorf war Peter Berten mit kurzen Unterbrechungen von 1903 bis 1914, Parteisekretär in Düsseldorf von 1906 an. Im Jahre 1908 übernahm er das Ressort des politischen Redakteurs der in Düsseldorf erscheinenden „Volkszeitung“. Im Jahre 1920 rückte Peter Berten für die USPD in die verfassungsgebende Preußische Landesversammlung. Von 1921 bis 1924 war er preußischer Staatsrat. Bald führte er den Bezirk Niederrhein der SPD, gewählt wurde er in den zweiten, dritten und vierten Preußischen Landtag. Das Jahr 1933 setzte seinem politischen Wirken zunächst ein Ende. Im Dritten Reich wurde Berten nach dem Verbot der SPD in Schutzhaft genommen, anschließend stand er unter Polizeiaufsicht.

Für eine Wahlperiode stand Peter Berten nach 1945 wieder an der Spitze der SPD Niederrhein. Bis zuletzt mit wachem Interesse am Zeitgeschehen teilnehmend, starb er am 28. Juli 1960 in Düsseldorf.

Rosenweg

Straßenbenennung 1959

Siehe auch Fliederweg, Dahliensteg, Tulpenpfad und Im Krokusfeld.

Schenkesweg

Weg von Wankumer Straße zum Glabbach, schon in Karten aus dem 18. Jahrhundert ist dieser Name verzeichnet.

Schießruthe

Straßenbenennung 1965

Hier befand sich bis im 19. Jahrhundert die Schießstätte (Schützenkamp) der Bruderschaften.

Schlibeck

Namensgebung aufgrund einer alten Flurbezeichnung. Das Wort „beck“ – wie es auch in den Namen Hinsbeck, Krickenbeck, Hübeck und Voursenbeck enthalten ist – deutet auf einen dort fließenden Bach hin.

Schlossallee

Bis 1990 Hombergen

Die zum Schloss Krickenbeck führende Straße ab Kreisverkehr an der Johannes Kapelle. In einer Karte von 1768 „Krieckenbecker wech“.

Schlossstraße

Von Ecke Markt bis zum Engel vorher Hauptstraße, davor „Steenstroat“, ab ca. 1933 Hermann-Göring-Straße, zur Kommunalen Neugliederung 1970 wurde sie in Schlossstraße umbenannt. Bis zum 19. Jahrhundert ab Engel „wech na krieckenbeck“, danach setzte sich der Name „Schlossstraße“ durch. Im Mai 1962 wurde auf der Schlossstraße damit begonnen – als einer der ersten Straßen in Hinsbeck – elektrische Straßenlaternen zu Installieren. Haus Nr. xx, früher Friseur Peters, ist das älteste Wohnhaus in Hinsbeck, erbaut 1670.

Schlöp

Namensgebung entsprechend einer alten Flurbezeichnung. In einer Karte aus dem Jahre 1729 ist das „Schlöp“ mit „aen gen End“ (am Ende) bezeichnet. Abzweigend vom „wech auf Leuth“ lag das „Schlöp“ am „Hackbruch“ außerhalb des Ortes.

„Schlöp“ könnte seinen Ursprung im mittelhochdeutschen Wort „slüpfen“ haben, was soviel wie „schlüpfen durch eine Öffnung“ bedeutet. Auch das Wort „schlüpfrig“ gehört zu dieser Wortgruppe.

St.-Antonius-Straße

Straßenbenennung 1970.

Antonius der Einsiedler (gestorben 305) wird seit dem zehnten Jahrhundert als Nothelfer verehrt. Man rief ihn gegen die furchtbare Seuche der Schweinepest an. Eine schon 1619 bestehende Schützenbruderschaft hat ihn zum Patron gewählt.

Stauffenbergstraße

Straßenbenennung im Jahr 1970, vorher Friedensstraße. Ein weiterer Namensvorschlag war „Pestalozzistraße“.

Claus Philipp Maria Graf Schenk von Stauffenberg wurde am 15. März 1907 auf Schloss Jettingen geboren und am 20. Juli 1944 in Berlin hingerichtet. Er gehörte einem erstmals 1251 als Schenken der Grafen von Zollern genanntem, schwäbischen Adelsgeschlecht an.

Stauffenberg war seit 1944 Stabschef des Ersatzheeres. Kritik an militärischen Fehlern Hitlers und Empörung über den Terror in den besetzten Gebieten riefen ab 1942 die Bereitschaft zum Umsturz in ihm hervor. Am 20. Juli 1944 verübte er im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg ein Bombenattentat auf Adolf Hitler. Mit seinen Mitverschworenen löste er in Berlin einen Putsch gegen das nationalsozialistische Regime aus. Doch Hitler überlebte das Attentat, der Putsch wurde niedergeschlagen. Stauffenberg und drei weitere Offiziere wurden von einem Standgericht zum Tode verurteilt und noch am gleichen Abend im Hof des Bendlerblocks – damals Dienststelle des Oberkommandos der Wehrmacht, heute Sitz des Verteidigungsministeriums – in Berlin standrechtlich erschossen.

Techelweg

Der „Techelweg“ müsste wohl richtigerweise „Tichelweg“ oder „Tegelweg“ heißen. Tegel oder Tichelstein ist ein Ziegelstein. Auf diesem Weg wurde der Lehm aus dem „Haak“ zum Ringofen am der „Moortstraet“ gebracht. Der „Tichelweg“ ist bereits auf einer aus den Jahren 1769 stammenden Karte eingezeichnet.

Tulpenpfad

Straßenbenennung 1968. Siehe auch Fliederweg, Dahliensteg, Rosenweg und Im Krokusfeld.

Verbindungsstraße

Straßenbenennung 1967

Bezeichnung für die Verbindung zwischen Neu- und Landstraße. Die Benennung als Verbindungsstraße schlug im Hinsbecker Gemeinderat und in der Bevölkerung hohe Wellen. Der Gemeindevertreter Lehrer Becker kritisierte in einer Ratssitzung die Einfallslosigkeit des Namens, es müsse in Hinsbeck doch Möglich sein, geschicktere Namen zu finden. Einen konkreten Vorschlag machte er jedoch auch nicht, was ihm wiederum die Kritik des Bürgermeisters einbrachte. In einem Leserbrief in den Grenzland Nachrichten wurden dann von anderer Seite Vorschläge unterbreitet, z.B. „Holland-Blick“ oder „Jüüten Gasse“. Die Vorschläge kamen allerdings zu spät, der Rat hatte schon entschieden.

Voursenbeck

Diese Bezeichnung für die Siedlung zwischen Glabbach und Heide findet sich schon in einer Urkunde aus dem 15. Jahrhundert wieder. Eine Flurkarte von 1769 zeigt den „Voorsenbecker Block“, benannt nach dem „Voursen-Beek“, einem kleinen, dort fließenden Bach.

Wankumer Straße

Straßenbenennung 1970, vorher Hochstraße, 1768 „Wingaerts patt“, 1952 noch Maaßenberg.

„Wingaerts patt“ bedeutet „Pfad zu den Weingärten“, siehe auch unter „Wingesberg“. Diese Landstraße führt nach Wankum.

Wevelinghoven

Wevelinghoven ist eine alte Ortsbezeichnung für das Siedlungsgebiet im Süden Hinsbecks. Das Grundwort - hoven - weist deutlich auf einen Hof oder mehrere Höfe hin. Dr. Steeger stellt fest, dass es sich bei der Bezeichnung "Hoven" stets um Einzelsiedlungen handelt. Ein Hof “wevelkoven” ist schon in Urkunden von 1476 genannt.

Die Wevelinghover Straße war wohl bis 1870 die alte Hauptverbindung zwischen Lobberich und Hinsbeck. Fälschlicherweise wurde diese Straße auch "Venloer Weg" genannt.

Wingesberg

Straßenbenennung 1959. 1970 kam noch das Haus Schulstraße Nr.4 hinzu.

Wingesberg bedeutet Weinberg, wahrscheinlich wurde früher an diesem geschützten, nach Süden liegenden Hang Wein angebaut. Der Anbau von Wein war im späten Mittelalter auch in nördlichen Gegenden nichts Außergewöhnliches. Bis in die heutigen Niederlande hinein wurde Weinanbau betrieben.

 

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